Preisentwicklung: Von der Energiekrise bis 2026
Die Energiekrise 2022 hat die Gaspreise in Deutschland in bislang unbekannte Höhen getrieben. Auslöser war der russische Angriff auf die Ukraine und der darauffolgende Stopp der Gaslieferungen durch Russland, der etwa 55 % der deutschen Gasimporte betraf.
Im Sommer 2022 explodierten die Spotpreise an der Börse auf über 300 €/MWh — das war das Zehnfache des langjährigen Durchschnitts. Viele Grundversorger gaben die Kosten mit massiven Preiserhöhungen an die Endverbraucher weiter. Seit Ende 2022 und durch 2023/2024 entspannte sich die Lage wieder: Volle Gasspeicher, diversifizierte LNG-Importe und ein milder Winter sorgten für Normalisierung.
Für 2026 zeigt sich ein moderates Preisniveau: Der Arbeitspreis für Gas liegt im Sondertarif typischerweise zwischen 7,5 und 10 ct/kWh, zuzüglich Grundpreis. Im Vergleich zu den Höchstwerten 2022 ist das eine erhebliche Entlastung — aber immer noch deutlich über den Preisen von vor der Krise (ca. 3–4 ct/kWh).
Festpreis vs. variabler Tarif: Was passt zu Ihnen?
🔒 Festpreis-Tarif
Vorteile: Planungssicherheit, keine Überraschungen bei der Abrechnung, Schutz vor Preisanstiegen im Winter.
Nachteile: Profitiert nicht von sinkenden Marktpreisen.
Empfehlung: Sinnvoll bei erwarteten Preissteigerungen und für Haushalte mit festem Budget.
📈 Variabler Tarif
Vorteile: Flexibel, kann von Preissenkungen profitieren, oft kurzfristig kündbar.
Nachteile: Preisrisiko — Anbieter können Preise mit Ankündigungsfrist erhöhen.
Empfehlung: Für Haushalte, die Marktentwicklungen verfolgen und schnell reagieren können.
Prognose: Gaspreise 2026
Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Gaspreise 2026 im Überblick:
- LNG-Angebot: Deutschland hat seine LNG-Importkapazitäten deutlich ausgebaut. Mehr Angebot stabilisiert die Preise.
- Speicherfüllstand: Volle Gasspeicher zu Herbstbeginn dämpfen den Preisanstieg im Winter. 2025/26 lagen die Speicher gut gefüllt.
- Witterung: Ein harter Winter kann die Nachfrage und damit die Preise kurzfristig treiben.
- Geopolitik: Neue Spannungen im Nahen Osten oder in anderen Förderregionen können jederzeit für Volatilität sorgen.
- CO₂-Preis: Der steigende CO₂-Preis im Emissionshandelssystem verteuert fossile Energieträger strukturell.
Fazit: Experten erwarten 2026 eine moderate Stabilität auf dem aktuellen Niveau, mit Risiken nach oben. Ein Festpreis für 12 Monate bietet bei diesem Ausblick guten Schutz.
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Häufige Fragen zu Gaspreisen 2026
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